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Eine wachsende Bedrohung durch Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus wirkt sich erheblich auf die psychosoziale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern aus und beeinflusst sowohl den sozialen Zusammenhalt als auch den schulischen Erfolg. Schulen als zentrale Sozialisationsinstanzen spielen eine entscheidende Rolle in der frühen Prävention, wobei die Förderung von Resilienz und kritischem Denken wesentlich ist, um Risikofaktoren wie soziale Isolation und Identitätskrisen zu verringern. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen Bildungssysteme strukturierte pädagogische Ansätze übernehmen, die inklusive Umgebungen, demokratische Werte und ein Gefühl der sozialen Zugehörigkeit fördern. Diese sind entscheidend, um die Rekrutierung durch extremistische Gruppen zu verhindern und die langfristige Sicherheit der Gemeinschaft zu gewährleisten.
Die Förderung resilienten Verhaltens beruht stark auf mehrstufigen Unterstützungssystemen, die durch soziale und individuelle Faktoren beeinflusst werden und je nach kulturellem Kontext variieren. Ein etabliertes schulbasiertes Rahmenkonzept zur Förderung positiver soziokultureller Normen ist das Schoolwide Positive Behavior Support (SW-PBS). SW-PBS integriert Forschung aus Schulentwicklung, psychischer Gesundheit und Sonderpädagogik, um Verhaltensweisen auf mehreren Interventionsstufen zu verbessern. Es definiert universelle Erwartungen auf Stufe 1 für die gesamte Schülerschaft und bietet gleichzeitig gezielte sowie intensive Unterstützung auf den Stufen 2 und 3 für Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Risikofaktoren. Während traditionelle Anwendungen sich auf allgemeines Verhalten konzentrieren, besteht eine bedeutende Möglichkeit, SW-PBS-Strategien gezielt anzupassen, um Radikalisierung zu verhindern.
Das SESAME-RESIST-Projekt entwickelt eine innovative Anpassung des Schoolwide Positive Behavior Support (SW-PBS)-Rahmenwerks, das speziell darauf ausgerichtet ist, die Resilienz von Schülerinnen und Schülern gegenüber extremistischen Ideologien zu stärken. Durch ein Multi-Tiered System of Support (MTSS) werden Lehrkräfte in Risikobewertung und Interventionsstrategien weiterqualifiziert. Dabei kommt ein digitales Unterstützungszentrum zum Einsatz, das durch KI-gestützte Werkzeuge sowie Nudge-basierte Methoden für peer-geführte Sensibilisierungskampagnen ergänzt wird.
1. Identifizierung von Risiko- und Schutzfaktoren für die Radikalisierung von Jugendlichen: Da extremistisches Verhalten durch psychische Belastungen, soziale Isolation und Identitätskrisen beeinflusst wird, ist es unser erstes Ziel, diese Vulnerabilitäten durch die Entwicklung eines psychometrisch validen Risikobewertungsinstruments zu identifizieren. Diese evidenzbasierte Grundlage dient der Ausgestaltung des Multi-Tiered Systems of Support (MTSS) und stellt sicher, dass Interventionen die spezifischen psychischen und sozialen Bedürfnisse der Schülerschaft berücksichtigen, ohne zu stigmatisieren.
2. Entwicklung eines SW-PBS/MTSS-Ansatzes zur Prävention gewalttätigen Extremismus: Es wird ein strukturiertes dreistufiges Interventionsframework entwickelt, das Resilienz und soziale Zugehörigkeit fördert. Auf Stufe 1 werden universelle Strategien eingesetzt, die für alle Schülerinnen und Schüler ein positives Schulklima, kritisches Denken und demokratische Werte fördern. Auf Stufe 2 wird gezielte Unterstützung bereitgestellt, etwa durch Mentoring und peer-geführte Initiativen für Schülerinnen und Schüler mit Anzeichen von Vulnerabilität. Auf Stufe 3 werden intensive, individualisierte Interventionen für Personen mit hohen Risikofaktoren umgesetzt, mit Fokus auf traumasensible Betreuung und verhaltensbezogene Gefährdungsbeurteilung.
3. Entwicklung von Fortbildungs- und Schülerbotschafter-Modulen: Um die präzise und umfassende Umsetzung des SESAME-RESIST-Modells sicherzustellen, werden Schulungsmodule entwickelt, die pädagogisches Personal in der Prävention von gewalttätigem Extremismus, im Aufbau von Empathie sowie in der psychischen Gesundheitskompetenz qualifizieren. Gleichzeitig werden Trainingsinstrumente für „Student Ambassadors“ erstellt, um diese mit Führungs- und digitalen Kompetenzen auszustatten. Dieser duale Ansatz befähigt sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler, Peer-Support-Netzwerke aufzubauen und extremistischen Narrativen wirksam entgegenzutreten.
4. Pilotierung und Evaluation des innovativen Interventionsmodells: Die abschließende Phase umfasst die Implementierung und Evaluation des entwickelten Konzepts in verschiedenen Bildungskontexten in Europa. Im Mittelpunkt steht dabei die Messung der Projektwirkung hinsichtlich der Reduzierung von Radikalisierungsrisiken, der Stärkung des psychischen Wohlbefindens von Schülerinnen und Schülern sowie der Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Die Evaluation stellt die Wirksamkeit und Skalierbarkeit des Modells sicher und unterstützt dessen Übertragbarkeit sowie langfristige Nachhaltigkeit in Schulen innerhalb der EU.
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